Endbilanz

So, meine Zeit hier in Australien ist nun fast vorbei, morgen um 23.00 Uhr geht mein Flieger von Melbourne gen Heimat… Also möchte ich nochmal eine Endbilanz zu meinem hier erlebten ziehen:

Australien ist definitiv das schönste Land, welches ich in meinem bisherigen Leben besucht habe. Alle 500km kommt man völlig neue Gegenden, hier gibt es Wüsten, tropische Regenwälder, wunderschöne Strände, Gebirge mit Schnee, und Dinge, die wie in Europa aussehen, und das alles in einem Land. Aber auch ist es mir hier definitiv zu warm, insbesondere im tropischen Norden und im Outback. In Melbourne könnte das Wetter dafür etwas besser sein, da es hier eigentlich fast immer regnet (Die Australier sagen dazu auch “Four seasons in one day”). Die Städte sind meiner Ansicht nach völlig überlaufen und hektisch, im Inland hingegen geht es so beschaulich zu, dass es fast schon wieder langweilig ist. In der Tat, Australier sind wirklich sehr hilfsbereite Menschen, allerdings stehen sie ihrer indigenen Bevölkerung sehr rassistisch gegenüber und die Aboriginies haben auch wirkliche Probleme, an denen allerdings der Rest Gewinne macht…

Was ich vermissen werde:

  • die Natur
  • das gemäßigte Klima (in New South Wales, South Australia und Victoria)
  • die netten Leute, welche man in den Hostels kennenlernt
  • die Touren (die besten Erinnerungen)
  • die Tierwelt (insbesondere Koalas und Kängurus)
  • Rechtslenker (inzwischen hab ich mich echt schon dran gewöhnt, in die falsche Richtung zu schauen und auf der falschen Seite in den Bus einzusteigen)
  • Sunkist und Solo (Softdrinks)
  • Cooper Pale Ale
  • Cadbury Schokolade
  • Greyhoundbusfahrten (dürften so an die 50h gewesen sein)
  • die Burger bei Hungry Jacks
  • frische Obstsalate

Was ich nicht vermissen werde:

  • die Ampeln (man steht und steht und steht)
  • die hektischen Städte
  • die Hitze im Outback und in Queensland
  • KFC (was ist daran nur so besonders?)
  • Schlafsääle mit Schnarchern
  • Hostels
  • die Preise hier
  • den Zeitunterschied

Canberra

Canberra ist die Hauptstadt des australischen Bundes und stellt mit dem ACT ein eigenes Territory. Die Stadt müsste etwa so groß wie Karlsruhe sein und wurde vor weniger als 100 Jahren als Planstadt gegründet. Und das merkt man auch: Überall stehen Bäume, es ist grün, die Straßen sind breit (obwohl hier fast nichts los ist) und alle Regierungsgebäude befinden sich im Parliamentary Triangle, einem Dreieck, dass durch die drei wichtigsten Straßen Canberras eingegrenzt wird und an dessen Spitze das New Parliament House steht. Übrigens ein echt beeindruckendes Gebäude, da es in einen Berg eingefasst ist und mit dem mehr als 60m hohen Fahnenmast auf dem Dach von fast überall zu erkennen ist. Und auch innen hat das Gebäude echt was zu bieten. Alles ist aus Marmor, teurem Holz und sieht einfach nur schön aus. Da könnte sich der Bundestag ruhig mal was von abschneiden. Direkt gegenüber des Parliament House steht das Australia War Memorial auf der ANZAC Parade, einer Prachtstraße die den australischen und neuseeländischen Soldaten gewidmet ist. Ansonsten habe ich lediglich noch einen Spaziergang durch das Botschaftsviertel unternommen, wobei man leider sagen muss, dass auch hier die deutsche Botschaft dringend einer Renovierung bedürfte. Mein Hostel (YHA) war absolut spitze, mit Pool, Sauna, großer Dachterasse, ruhiger Atmosphäre und großen Zimmern. Eigentlich schade, dass es von hier schon wieder weggeht. Das ruhige hier gefällt mir nämlich echt…

Sydney

Ich hätt nie gedacht, dass man Sydney in einem Tag sehen kann, und zwar wirklich die ganzen wichtigen Dinge: Opera House, Harbour Bridge, Botanic Gardens, Parlament (sogar mit einer Debatte), Innenstadt… Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich mich den ganzen Tag über in der Stadt aufgehalten habe, da ich auf keinen Fall zu früh in mein Hostel wollte. Schon in der Lobby riecht es wie auf einer öffentlichen Toilette, das Zimmer ist nicht größer als eine Abstellkammer und am aller schlimmsten: Die beiden Aufzüge gehen nicht, und mein Zimmer ist im 11. Stock. Immerhin kann ich jetzt getrost sagen, ich habe alle touristischen Schätze der Stadt gesehen, und kann morgen, nachdem ich das Hostel gewechselt habe (länger als eine Nacht muss hier wirklich nicht sein), in den Pool gehen, Wäsche waschen und nichts tun… Auch mal schön!

Surfers Paradise

Surfers Paradise ist eine weltberühmte Stadt südlich von Brisbane und hat eigentlich nur 18.000 Einwohner, aber Millionen von Touristen. Daher gibt es überall Clubs und Bars und die meisten scheinen nur hier zu sein, um Party zu machen. Aber Surfers Paradise hat auch andere Qualitäten, zum Beispiel eine atemberaubende Skyline mit dem Q1, dem höchsten Gebäude Australiens und der südlichen Hemisphäre. Der Strand hat den wohl feinsten Sand, den ich bisher gesehen habe, allerdings war das Wasser mit nur 21°C etwas kühl und wegen der Wellen hätte man sowieso nicht richtig schwimmen können.

Australia Zoo

Der Australia Zoo liegt knapp eine Stunde von Brisbane entfernt und wurde von dem weltberühmten, 2006 verstorbenen Steve Irwin (Crocodile Hunter) gegründet und befindet sich heute noch immer in der Verwaltung der Familie, wobei alles in dem Zoo, bzw. Tierpark (ist treffender) seine Handschrift trägt. Es wird wirklich auf eine artgerechte Haltung geachtet und viele der Einnahmen werden gespendet. Und der Zoo hat wirklich etwas zu bieten! Alle möglichen australischen und bedrohten Tiere, z.T. zum anfassen! Wirklich ein Highlight meiner Reise, auch wenn der Eintrittspreis mit 47$ ohne Bus (insgesamt also 95$) erstmal abschreckt, zumal das obligatorische Koalafoto nochmals mit 20$ zu Buche schlägt.

Brisbane

Brisbane ist erstaunlich arm an Sehenswürdigkeiten. Klar, es gibt einen botanischen Garten, einen Fluss, eine Skyline, das Parlament und etlich Museen. Aber nichts, wo man sagen kann, oh, dass muss man hier unbedingt gesehen haben. Zumal die ganzen Dinge, die die Stadt zu bieten hat, auch in (fast) jeder australischen Großstadt zu finden sind… Ansonsten wirkt die Stadt ziemlich hektisch auf mich, wesentlich hektischer als zum Beispiel Melbourne, das doch doppelt so groß ist. Auch das Wetter hätte wohl etwas besser sein können, aber ich will nicht meckern, für kurze Hosen und Flip Flops hats (meist) gereicht, und das, obwohl es einmal ziemlich geregnet hat. Noch ein paar Worte zum Hostel: Geht nicht ins Tinbilly!!! 10-Bett-Zimmer für 27$, zwar ensuite, aber will man sich wirklich EIN Bad mit 10 anderen teilen? Dann doch lieber Stockwerktoiletten und Duschen. Überhaupt ziemlich überfüllt, fast alle Zimmer voll belegt, und für alles musste man Pfand zahlen!

Townsville

Nachdem ich mal wieder früh aufstehen durfte, da mein Bus nach Townsville schon um 7.45 Uhr ging, konnte ich mich erstmal bei der 5 Stunden langen Busfahrt erholen. Wir kamen durch Mission Beach, wunderschöne tropische Wälder und mitttags schließlich in Townsville an, wo ich noch knapp 20min Fußweg bis zu meinem Hostel vor mir hatte. Problem ist einfach, dass es hier oben viel zu warm ist, und so sprang ich auch erstmal in den coolen Dachpool, bevor ich irgendetwas anderes machte. Die Zimmer sind auch gut klimatisiert, also immerhin lässts sich hier aushalten. Jedoch kann man die Klimaanlage nicht einstellen, so wurde die Nacht zu einer Zitterpartie, da auch hier wieder nur Laken als Bettdecken fungierten. Ansonsten war das Hostel auch eher schlecht, da es kein Geschirr gab und man sich Plastikzeugs gegen 50 Cent an der Rezeption kaufen musste. Auch waren die Toiletten grauenhaft und man musste ständig nach Klopapier suchen. Also definitiv nicht zu empfehlen! Am nächsten morgen habe ich die üblich um 10 ausgecheckt und bin dann ins Reef HQ Aquarium gegangen, in welchem das Great Barrier Reef nachgebildet wurde (so ähnlich wie Sea Life). Danach noch den gesamten Strand, so heißt die Uferpromenade in Townsville, abgelaufen, ehe ich mich an den Castle Hill, einen knapp 250m hohen Monolithen mitten in der Stadt wagen wollte. Jedoch machten mir das Wetter und meine kärglichen Wasservorräte einen Strich durch die Rechnung: Es war einfach zu heiß, sogar die Luft hat in der Mittagshitze geflimmert, so musste ich nach der Hälfte des steilen Weges umkehren. Da mein Bus allerdings erst abends um 7 fuhr, blieb mir nochmal Zeit durch die Stadt zu laufen und ich muss sagen, dass Townsville echt schön und nicht so unruhig wie Cairns ist.

Schnorcheln

Endlich ein Highlight meiner Australienreise: Schnorcheln im Great Barrier Reef. Dafür nimmt man sogar in Kauf, das man den zigsten Tag in Folge nicht ausschlafen kann, denn die Tour fängt um 7 an und ich muss den ganzen Weg zum Pier laufen (knapp 45min). Obwohl wir morgens noch wunderbaren Sonnenschein hatten, änderte sich das Wetter leider und die 2 Stunden bis zum Korallenriff waren ähnlich turbulent wie eine Achterbahnfahrt. Aber trotz der fehlenden Sonne hat man einen fantastischen Blick auf die Unterwasserwelt: Korallen, Annemonen, Dinge die man noch nie gesehen hat, bunte, leuchtende Fische, dick und dünn, klein und groß, Schildkröten und Nemo. Wirklich lohnenswert!